Panoramafoto von Lotte mit einem 360 Grad Blick vom Wersener Marktplatz
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Hauptschüler besuchten Berlin
Über 80 Wersener Hauptschüler besuchten den Reichstag und erkundeten drei Tage Deutschlands Hauptstadt
"Nur der frühe Vogel fängt den Wurm!". Gemäß diesem alten Sprichwort, machten sich die drei 8-ter Klassen der Gemeinschaftshauptschule-Lotte, nebst vier Lehrern (Frau Bröker, Frau Glüder, Frau Schröder + Herr Wöllnitz) und drei weiteren Betreuern (Herr Günter Büter, Schulsozialarbeiter, Herr Robert Budde, Jugendtreffleiter vom "SIT IN"-Wersen, Herr Udo Stadler, Jugendpfleger der Gemeinde Hopsten) Ende November, gegen 6.00 Uhr auf den Weg in die deutsche Hauptstadt. Die dreitägige Reise fand im Rahmen einer Unterrichtsreihe des Projektes zur politischen Bildung an Schulen statt. Das Berlin aber vielmehr zu bieten hat, kam trotz des eigentlichen Auftrages nicht zu kurz.
Auf zwei große Reisebusse verteilt hatte der frühe Abfahrtstermin der großen Reisegruppe natürlich seinen Grund. Der dreitägige Terminplan war eng gesteckt und so stand um 13.30 Uhr ein Mittagessen im "Paul Löbe-Haus", dem Berliner Abgeordnetenhaus auf dem Programm.
Ein schmackhaftes Essen in der dortigen Kantine mobilisierte die Kräfte für den weiteren Tagesablauf, denn schon um 15 Uhr hatte MdB Dieter Jasper aus Hopsten (CDU) in einen Konferenzraum vorort geladen, wo er den jugendlichen Schülern Rede und Antwort stand. Das Privileg eines Abgeordneten nicht mit dem Auto zu reisen und kostenlos vom heimatnahen FMO zu seiner neuen Arbeitsstätte (seit 2009) zu reisen empfindet der CDU Politiker als sehr angenehm. Den ebenfalls für die Abgeordneten zu nutzenden Fahrdienst innerhalb Berlins, nehme er aber eher selten in Anspruch, schließlich sei man mit U-Bahn und S-Bahn ohnehin schneller unterwegs. Egal ob zu politischen Fragen oder auch zu ganz privaten Dingen, Jasper scheute keine Antwort und präsentierte sich sehr offen, eben als Politiker zum Anfassen. Auf die Fragen "Ob er denn alles gut fände, was seine Partei so beschließe und was er gerne ändern würde?" antwortete er ohne Umschweife, dass ihm natürlich nicht alles behage, er aber den größten Teil der Beschlüsse "seiner" Partei mittrage. Ändern würde er gerne, dass es weniger Gesetze gebe, was wohl aber nicht in seiner Macht läge. Und auch wäre er nur am Anfang seiner politischen Kariere ambitioniert gewesen Kanzler zu werden, fügte er augenzwinkernd hinzu. Privat könnte er sich durchaus vorstellen, wieder in sein Familienunternehmen zurückzukehren, da er auch mit Leib und Seele Ingenieur wäre. Dieses würde er aber gerne noch hinausschieben und hänge eben auch vom Votum der Wähler ab. Die anberaumte Zeit der kleinen Talkrunde verflog recht schnell und da auch ein Besuch im Reichstag mit der Teilnahme als Zuhörer einer Bundestagdebatte und die Besichtigung der großen Glaskuppel terminlich noch bewältigt werden musste, galt es sich zu sputen.
Die Debatte, die auch im TV übertragen wurde, erschien den meisten weniger spannend. Vielmehr wunderten sich viele, um den Umgang der Politiker miteinander, der von wenig Respekt und Anerkennung geprägt schien. Von guten Manieren nicht die Spur, war man sich einig und diesbezüglich nicht sonderlich erbaut. Atemberaubend hingegen der Blick von der Glaskuppel des Reichstags über Berlin, der sich wahrlich lohne und kein Berlinreisender versäumen sollte. Der erste Tag endete mit dem Einchecken in eines von zwei Berliner Hostels, etwas Freizeitvertreib und anschließender "Nachtruhe". Am Vormittag des zweiten Tages zog es natürlich alle in den Mittelpunkt der Metropole Berlins, dem "Kudamm" und auch eine Stadtrundfahrt mit der berühmten 100 -ter Linie, wo viele der zahlreichen Sehenswürdigkeiten Berlins (Brandenburger Tor, Reichstag, Siegessäule, Schloss Bellevue, ....) passiert wurden, durfte nicht fehlen.
Diverse kleine und größere Weihnachtsmärkte luden zum Staunen, Shoppen und Schlemmen ein, bevor es nachmittags nochmals "schulisch" wurde. Im mehrfach ausgezeichneten Institut "Karuna" u.a. für Suchtprävention, konnten sich Schüler , wie auch Lehrer und sonstige Betreuer drei verschiedenen Feldern (Alkohol, illegale Drogen und gesunde Ernährung) anschließen, die seitens dreier Moderatoren in spielerischen, sehr informativen Beiträgen aufbereitet wurden. Da in unterschiedlichen Parcouren jeder zum Mitmachen angeregt wurde und letztlich auch eine Bewertung für die jeweiligen Gruppen anstand, war es eine spannende und abwechselungsreiche Lehrstunde der besonderen Art. An Tag drei gab es nochmals die Gelegenheit zum Shoppen z.B. im "Sony Center" oder auch am Kurfürstendamm, die Besichtigung Berlins vom "Alex" aus gesehen oder auch der Besuch bei Madame Tussauds oder ein Abstecher am früheren Grenzübergang "Checkpoint Charlie". Gegen 16 Uhr am Freitagnachmittag hieß es Abschied nehmen und die vielfache Mitnahme von Kaputzenshirts oder auch T-Shirts mit "I love Berlin" ließ durchblicken, dass die Reise ein voller Erfolg war.
Günter Büter, hauptsächlicher Organisator der Reise, verwies zum Schluss auch nochmals auf die gute Zusammenarbeit von Schule, Gemeinde und Kreisjugendamt ohne deren Unterstützung es gar nicht möglich sei, ein derartiges Projekt "zu stemmen". Als Fazit bleibt: "Berlin ist Immer eine Reise wert!!“

