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Panoramafoto von Lotte mit einem 360 Grad Blick vom Wersener Marktplatz

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Lotte

Flotte-Lotte-Brunnen vor dem Haus Hehwerth in Alt-Lotte
Flotte-Lotte-Brunnen vor dem Haus Hehwerth in Alt-Lotte

Die Gemeinde Lotte in ihrer heutigen Flächenausdehnung ist noch jung. Sie entstand im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Lotte und Wersen. Auf einer Fläche von rd. 38 km² wohnen hier rd. 13.500 Einwohner. Der Name Lotte setzt sich wohl aus den altgermanischen Bezeichnungen „loh“ oder „lo“ (Wald, Gebüsch in feuchter Landschaft) und „ithi“ (Heide) zusammen. Aus dem zusammengesetzten Namen „Loithi“ dürfte sich der heutige Name Lotte entwickelt haben. Lotte wurde im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Das Kirchspiel Lotte wurde am 26.02.1312 durch Graf Otto III. von Tecklenburg gegründet. Zuvor gehörte Lotte zur Kirchengemeinde St. Marien in Osnabrück, die Bauerschaft Osterberg jedoch zu Leeden (Tecklenburg). An den sonn- und feiertäglichen Gang zur Marienkirche erinnert noch heute die Straßenbezeichnung „Lotter Kirchweg“. Bereits im Gründungsjahr wurde mit dem Bau der Pfarrkirche begonnen, deren Einweihung am 04.12.1315 erfolgte. 

Osterberg

Münsterstr. Osterberg umgesetztes Fachwerkhaus
Münsterstr. Osterberg umgesetztes Fachwerkhaus

Die Bauerschaft Osterberg wurde erstmals in einer Urkunde vom 28.04.1251 erwähnt. Im Jahre 1410 entstand hier ein Männerkloster, das über 200 Jahre lang eine wichtige Rolle im Leben der Gemeinde spielte. Die Reformation und die damit zusammenhängenden konfessionellen Streitigkeiten gingen auch am Kloster nicht spurlos vorüber. Als um 1525 unter dem Grafen Conrad von Tecklenburg die Reformation in die Grafschaft Tecklenburg Eingang fand, gerieten die Mönche in Bedrängnis. 1538 verließen sie Osterberg und kehrten erst wieder zurück nach dem Tode des Grafen (1557). Im Jahre 1618 stellte Graf Adolf von Tecklenburg das Kloster unter weltliche Verwaltung. Mit Restitutionsedikt vom 06.03.1629 verfügte Kaiser Ferdinand die Rückgabe der eingezogenen Güter und Stifte an die Katholiken. Mit einer wohlbewaffneten kaiserlichen Soldatenschar wurden die Klostergebäude besetzt und dem Kreuzherrenorden wieder übergeben. Der nächste Umschwung erfolgte 1633, als die Schweden in den 30-jährigen Krieg eingriffen und das Kloster einnahmen. Diesmal verließen die Mönche endgültig ihre Wohnstätte. In der ehemaligen Klosterkirche zu Osterberg wurden zunächst weiter Gottesdienste abgehalten, im Jahre 1665 wird aber bereits von ihr als Ruine berichtet. Von den alten Klosterbauten ist heute kaum noch etwas zu erkennen.  

Wersen

Wersen vom Rathausplatz
Wersen vom Rathausplatz

Wersen wurde erstmals um das Jahr 1000 in einer Urkunde als „Werisun“ (Ort am Fluss) erwähnt. Um 1150 entstand das Kirchspiel Wersen mit einer eigenen Kapelle. In einer Urkunde vom 01.12.1150 bekundet Bischof Philipp von Osnabrück, dass ihm Graf Heinrich von Tecklenburg den Hof und die Kapelle Wersen und eine Zahl von Lehnsleuten mit ihren Besitzungen und darauf wohnenden Eigenhörigen für 230 Mark und 20 Pfund Zehntgelder sowie für die Belehnung mit dem Lehn des Pfalzgrafen Otto von Rineck übertragen habe. Aus der um 1150 errichteten Kapelle, ab 1271 Pfarrkirche, entstand die heutige, in Teilen noch ursprünglich romanische Wersener Dorfkirche. 

Büren

Bürgerpark Büren
Bürgerpark Büren

Nach dem 2. Weltkrieg setzte wie überall eine umfangreiche Bautätigkeit ein, besonders im direkt an Osnabrück angrenzenden Ortsteil Büren in der damaligen Gemeinde Wersen. Hier dehnte sich die städtische Siedlung Osnabrücks über die Stadt- und Landesgrenze aus, indem für Osnabrücker Arbeitnehmer im benachbarten Büren Eigenheime und Mietwohnhäuser errichtet wurden. Den Anfang machte die Wohnbau-GmbH der Klöckner-Werke, die auf eigenem, in Büren gelegenen Grund und Boden Anfang der 50er Jahre für ihre Beschäftigten Wohnraum schuf. In den 60er und 70er Jahren nutzten Osnabrücker Unternehmen die günstigen Bedingungen zur Ansiedlung vor den Toren Osnabrücks, so dass sich an die Bürener Bebauung ein Gewerbegebiet anschloss. 

Halen

Am Bahnhof Halen
Am Bahnhof Halen

Auf dem Haler Feld in Halen fand 783 die entscheidende Schlacht zwischen Franken und Sachsen statt, in der Karl der Große den Trotz der heidnischen Sachsen brach. 1181 besiegte hier das Heer Heinrichs des Löwen die Truppen des Grafen Simon von Tecklenburg. 1308 unterlagen hier die vereinigten Streitkräfte des Bischofs von Münster und des Grafen von Tecklenburg denen des Osnabrücker Bischofs. Heute befindet sich auf dem der Bundesforstverwaltung unterstehenden Gelände ein Truppenübungsplatz. 

Lotte und Wersen

Bürgerhaus Cappelner Str. Alt-Lotte
Bürgerhaus Cappelner Str. Alt-Lotte

Lotte und Wersen haben aufgrund ihrer Lage im Grenzgebiet zwischen der Grafschaft Tecklenburg und dem Fürstbistum Osnabrück eine wechselhafte Geschichte erlebt. Wie alle zur Grafschaft Tecklenburg gehörenden Gemeinden wurden sie am 25.04.1707 durch Kauf vom Königreich Preußen übernommen. Von 1806 bis 1813 standen sie unter französischer Herrschaft. Im Jahre 1809 erhielt die damalige Gemeinde Lotte, die bis dahin von Tecklenburg verwaltet wurde, eine eigene Amtsverwaltung, „Mairie“ genannt. Am 12.11.1813 endete die französische Herrschaft. In der Folgezeit gehörten die Gemeinden Lotte und Wersen zur preußischen Provinz Westfalen und zum Kreis Tecklenburg. 1809 wurde die Bürgermeisterei Lotte aus den Kirchspielen Lotte und Wersen gebildet, 1845 wurde aus der Bürgermeisterei Lotte das Amt Lotte. Dieses bestand bis zum 31.12.1974. Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde aus den bisherigen Gemeinden Lotte und Wersen die „Großgemeinde“ Lotte, in der heute jeder einzelne Ortsteil seinen besonderen Charme hat. 

Düte bei Brücke Mühle Kluth
Düte bei Brücke Mühle Kluth

Wegen ihrer Lage in abwechslungsreicher Landschaft bietet die Gemeinde Lotte Erholungssuchenden vielfältige Anreize. Die äußerst vielfältige hügel-, wald- und wiesenreiche Landschaft wird durch die angesiedelten Industrie- und Gewerbebetriebe nicht beeinträchtigt. Liebevoll sprechen die Lotteraner daher auch von ihrem „Nest im Grünen“. Vom Haler Feld – einem überwiegend mit Kiefern bestandenen Gelände, in dem sich das Naturschutzgebiet „Deipe Briäke“ befindet - im Nordwesten der Gemeinde über das Werser Holz und das Naturschutzgebiet Gabelin mit den „Sloopsteenen“ bis hin zu den im Süden der Gemeinde gelegenen Hügeln des Hagenberges und des Looser Berges, die an den zum Teutoburger Wald ansteigenden Staatsforst Habichtswald grenzen, laden ausgedehnte Waldflächen zu Spaziergängen ein.